Wie können wir Gespräche positiv beeinflussen? Welcher Charakter liegt einem Gespräch zugrunde? Wie kann Selbstmanagement in Gesprächen funktionieren?

Leif Frenzel - Conversation Zen

Positive Gespräche führen

Sowohl das folgende Buch, als auch ein weiteres des selben Autors, wurden mir freundlicherweise als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt. Bis zu dem Zeitpunkt, als mir die Marketingagentur des Autors schrieb, war mir die Arbeit Frenzels gänzlich unbekannt. Da mich das Thema Kommunikation aber sehr interessiert, habe ich mich über die Bücher sehr gefreut.

Es handelt sich um ein tolles Buch, in dem der Autor Wege und Methoden vermittelt, die dabei helfen sollen Gespräche so zu führen, wie wir es gern möchten. Dabei ist der Einklang von einer ausgewogenen Gefühlslage und dem erreichen unserer Ziele von größter Bedeutung. Dies soll durch einen Zen-artigen Zustand erreicht werden, der dem Buch auch seinen Titel verleiht. Um den Leser in die Kunst des Conversation Zen einzuführen, lehrt Frenzel seine Methoden anhand von insgesamt 11 Maximen.

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Die Basis ist Selbstmanagement

Um die eigene Fähigkeit der Gesprächsführung verbessern zu können, ist es nötig in Gesprächen aktives Selbstmanagement zu betreiben. Hier betont der Autor mehrfach, dass dem Wort Selbstmanagement, durch das Wort ‚Selbst‘, eine Doppeldeutigkeit anhaftet. Es geht dabei darum, dass wir ‚Selbst‘ diejenigen sind, die etwas tun, da wir es in der Hand haben das Gespräch aktiv zu gestalten. Weiter bedeutet ‚Selbst‘ aber auch, das wir es selbst sind, die durch uns gemanagt werden.

Wenn wir beginnen Gespräche zu managen, dann beginnen wir damit, sowohl die Inneren, als auch die Äußeren Umstände der Konversation zu verändern. Wir fangen an, unsere eigenen Gesprächsziele zu hinterfragen, und lernen ihren Charakter kennen. Das verändert unsere innere Haltung, womit wir dann wiederum Einfluss auf unser Gegenüber nehmen, dem äußeren Teil unserer Gespräche. Es wird nicht möglich sein, alles roboterartig kontrollieren zu können, aber wir können, uns auf Überraschungen vorbereiten. “Eine Gesprächssituation, auf die Sie nicht gründlich vorbereitet sind[…], wird schnell zur riskanten Improvisation (S. xi)“.

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Lernen braucht Methode

Wie schaffen wir eine Verbesserung unserer Gespräche? Frenzel hat es in diesem Buch geschafft, den Leser mit Hilfe einer wunderbaren Schritt für Schritt Methode, an die Kunst der Conversation Zen heranzuführen. Zu Beginn des Buches gibt er vor, der Leser solle sich ein Logbuch erstellen, indem er die Gespräche des Tages, mindestens eines, notiert. Dieses Logbuch hilft im weiteren Verlauf, seine Gespräche auf bestimmte Eigenschaften zu untersuchen. Während Anfangs noch darum geht, seine Gespräche dahingehend zu analysieren, auf welcher Bewusstseinsebene diese stattfinden, oder welche Ziele sie verfolgen, sollen Sie später ihre Interaktion mit ihrem Gesprächspartner untersuchen. Sie lernen Beeinflussungen und Manipulationen zu erkennen, aber auch ihre eigenen Grenzen und die des Gegenübers einzuschätzen, damit Sie beim überschreiten dieser keine böse Überraschung erleben.

So kommt mit jeder Maxime ein neues Element hinzu, dass Sie in Ihren Gesprächen aktiv wahrnehmen, und später in Ihrem Logbuch festhalten werden. Erst beschäftigen Sie sich mit sich selbst und reflektieren die Dinge die Sie betreffen, später schauen Sie auch auf ihr Gegenüber. So schaffen Sie es, langfristig ihre Ziele zu erreichen, vermeiden es, überrumpelt oder beeinflusst zu werden, und verbessern die Qualität ihrer Gespräche.

Ein kleiner Geheimtipp

Dieses Buch hat mich begeistert. Es ist klar strukturiert, bietet die Möglichkeit aktiv mit dem Buch zu arbeiten und behandelt sehr vertiefend ein bestimmtes Thema. Schon im Inhaltsverzeichnis und am Anfang eines jeden Kapitels, befinden sich kleine Zusammenfassungen der einzelnen Maxime. So kann man sich bereits gelesene Inhalte noch einmal schnell in den Kopf rufen, und andererseits, das Gehirn auf den folgenden Text vorbereiten.

Warum ich Geheimtipp sage, ist einfach erklärt. Dieses Buch scheint noch recht unbekannt zu sein, da die drei Rezensionen auf Amazon allesamt von aktiven Rezensionsschreibern stammen. Das ist sehr schade, da das Buch einen tollen Inhalt bietet. Ich kann es andererseits auch verstehen. Während das Buch selbst wunderbar strukturiert ist und ein tolles Layout bietet, ist die äußere Erscheinung alles andere als ansprechend.

Meine Top 3 Learnings

1) Das Grübeln, wenn wir uns fragen, wieso ein Gespräch so verlaufen ist, wie es ist, oder wie wir ein bevorstehendes Gespräch am besten bewältigen, ist einem Mangel an Informationen geschuldet. Es ist gar nicht möglich, zu einem schlüssigen Ergebnis zu kommen. “Faustregel: wenn Sie sich im Nachhinein länger mit einer Situation beschäftigen (nachdenken, sie emotional verarbeiten), als die Situation selbst gedauert hat, dann ist es schon zu viel (S. 22)“.

2) Damit wir in einem Gespräch erfolgreich sind, müssen die Ziele beider Seiten offengelegt werden. “Gewöhnen Sie sich an, Ihre Ziele klar anzusagen, und die Ziele der anderen zu erfragen“. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass es hilfreich wäre die eigene Motivation hinter einem Gespräch zu verbergen, um so einen vermeintlich taktischen Vorteil zu besitzen.

3) Möchte man erfolgreiche Gespräche führen, muss man die ‚Ich will gemocht werden‘ Mentalität eliminieren. Wenn wir uns von unserem ursprünglichen Gesprächsziel abbringen lassen, weil wir gefahrlaufen, von unserem Gegenüber nicht mehr gemocht zu werden, machen wir jedes Gespräch zu einem Zweckorientierten, dass darauf abzielt, sich bei dem Konversationspartner gutzustellen.

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Infos zum Buch

Publiziert von Eudaimonia Consulting & Publishing GmbH
ISBN: 978-3981846201
Seiten: 107
Quelle meines Texts: ,,Conversation Zen“ von Leif Frenzel

*Werbung, da Amazon Affiliate Partner Link


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